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MAGRAL-Zinssteuerung in der Stadt Schotten

Schotten als Vorreiterkommune

 

FAZIT Stadt spart mehrere Hunderttausend Euro / Bürgermeisterin und Finanzchef über die Erfolge der Zinssicherung

SCHOTTEN - (red). Wenn es darum geht, die Grundlagen und Voraussetzungen für einen geregelten Kommunalhaushalt zu schaffen, dann ist die Finanzabteilung die zentrale Stelle einer Stadt wie Schotten. Im laufenden Betrieb sind ständig weitreichende Finanzentscheidungen erforderlich. „In einem sich wandelnden wirtschaftlichen Umfeld haben die Kämmerer eine Vielzahl von unterschiedlichen Aufgaben zu bewältigen und Entscheidungen zu treffen”, sagt Norbert Zimmermann, Leiter der Finanzabteilung der Stadt Schotten.

Die in vielen Kommunen, so auch in Schotten bestehende prekäre Finanzsituation erfordert gezieltes und verlässliches Vorgehen etwa bei der Organisation der Darlehensverwaltung und der Minimierung von Zinsänderungsrisiken.

„Die alten Regeln und Prinzipien einer geordneten Finanzverwaltung, wie man sie uns einst lehrte, helfen da allein nicht mehr weiter. Heutzutage müssen wir uns immer stärker zusätzlicher professioneller Hilfe bedienen, um die kommunalen Schulden im Griff zu behalten”, ist Zimmermann überzeugt. Dank seines hartnäckigen Bemühens, unterstützt von Bürgermeisterin Susanne Schaab und dem Magistrat, hat die Stadt Schotten hier inzwischen eine Vorbildfunktion im hiesigen Raum eingenommen. Bereits seit November 2010 arbeitet die städtische Kämmerei mit dem Expertenteam des renommierten Münchener Finanzinstitutes Magral AG auf Erfolgshonorarbasis zusammen und verzeichnet seither beachtliche Erfolge. Darüber hinaus ist die Stadt Schotten Mitglied im Bundesverband öffentlicher Zinssteuerung, der bundesweit die Interessen der zinssteuernden Landkreise, Städte und Gemeinden vertritt. Die bei der Stadt Schotten für die Zinssicherung verantwortlichen Bediensteten Anja Krieg und Norbert Zimmermann nehmen unter anderem auch dort regelmäßig an Schulungen teil.

Bis zum Jahresende 2015 flossen nach Angaben von Bürgermeisterin Schaab in nur fünf Haushaltsjahren durch die professionelle Zinssteuerung bereits Zahlungen von mehr als 650 000 Euro an die Stadt Schotten. „Hierbei handelt es sich nicht etwa um eine undurchsichtige Besonderheit der Schottener Finanzverwaltung“, betont die Schottener Verwaltungsleitung, „sondern geradezu um eine Pflichtaufgabe. Nach den allgemeinen Haushaltsgrundsätzen der Hessischen Gemeindeordnung (HGO) sind die Kommunen nämlich verpflichtet, ihre Haushalte sparsam und wirtschaftlich zu führen. Dies schließt auch ein aktives Schuldenmanagement ein.“

Doch wie funktioniert die Zinssteuerung? „Vereinfacht ausgedrückt bildet das Zinsmanagement einen Sicherungsrahmen um das bestehende Darlehensvolumen. Zinsrisiken werden abgebaut”, erläutert Zimmermann. „Über einfache Sicherungsinstrumente können Zinsen in den optimalen Laufzeitbereichen vereinbart und hierdurch Zinsänderungsrisiken ausgesteuert werden, ohne in die vorhandenen Darlehensverträge einzugreifen. Zinssicherung im Sinne einer konservativen Zinssteuerung bedeutet, zu keinem Zeitpunkt das Risiko der bestehenden städtischen Darlehen in der Gesamtsicht zu erhöhen.”

Inzwischen wächst die Zahl der kommunalen Einrichtungen, die die innovativen Möglichkeiten eines optimierten Schuldenmanagements für sich erkannt haben und sich hierdurch die ansonsten kaum zu realisierenden Einsparungen sichern wollen. Auf Initiative der Stadt Schotten wurde etwa auch beim Abwasserverband Oberhessen (AVOH), bei dem Schotten Mitglied ist, im Oktober letzten Jahres die Zinssteuerung eingeführt. Hier lag der finanzielle Erfolg nach nur drei Monaten zum Jahresende 2015 bei fast 25 000 Euro. Insofern hat die Vogelsbergstadt viel Überzeugungsarbeit geleistet und in diesem Finanzbereich die Rolle der regionalen Vorreiterkommune übernommen.

Kreis-Anzeiger, Zeitungsgruppe Zentralhessen, 29. September 2016

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