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Nottuln - Schöner Ertrag in der Gemeindekasse

SCHOTTEN - (red). Die Zinssteuerung, die die Stadt Schotten seit 2011 betreibt (der Kreis-Anzeiger berichtete), wird zum Jahresende die Millionengrenze erreichen. Dies stellen Bürgermeisterin Susanne Schaab und ihr Finanzabteilungsleiter Norbert Zimmermann mit großer Zufriedenheit fest.

Am 31. Dezember wird der Stand der mithilfe des Münchener Finanzdienstleisters Magral AG in den ersten sieben Jahren der Zusammenarbeit eingesparten Zinsen erstaunliche 993 597 Euro erreichen.

Auf Initiative der Stadt Schotten war im 2015 auch beim Abwasserverband Oberhessen (AVOH) die Zinssteuerung eingeführt worden. Hier wird der finanzielle Erfolg zum Jahreswechsel bei 192 966 Euro liegen. Da auf die Stadt Schotten als Verbandsmitglied ein Anteil von rund 37 Prozent anzurechnen ist, wird die Millionengrenze für die Vogelsbergstadt damit deutlich überschritten.

"In einem sich schnell wandelnden wirtschaftlichen Umfeld haben die Kämmerer eine Menge an unterschiedlichen Aufgaben zu bewältigen und weitreichende Entscheidungen zu treffen", sagt Norbert Zimmermann. "Die in vielen Städten und Gemeinden wie auch in Schotten bestehende angespannte Finanzsituation erfordert gezieltes, aber stets solides Vorgehen etwa bei der Organisation der Darlehensverwaltung und der Minimierung von Zinsänderungsrisiken." Die in den meisten Kommunen praktizierten alten Regeln und Prinzipien einer geordneten Finanzverwaltung helfen da allein nach Ansicht Zimmermanns nicht mehr weiter. "Heutzutage müssen wir uns zusätzlicher professioneller Hilfe bedienen, um die kommunalen Schulden im Griff zu behalten", sagt Bürgermeisterin Schaab. Bei dem Instrument der Zinssteuerung handele es sich um eine risikolose Variante, um die Zinsrisiken zu beherrschen. Sie freue sich, dass die Stadt Schotten in dieser Vorbildfunktion erste Früchte einfahren und die Wirksamkeit des Verfahrens mit konkreten Zahlen belegen könne.

Im beharrlichen Bemühen um die Konsolidierung der städtischen Finanzen habe es anfangs noch gewisse Vorbehalte gegeben. So entschied sich die Stadt Schotten schließlich, mit dem renommierten Münchener Finanzinstitut auf Erfolgshonorarbasis zusammenzuarbeiten. Regelmäßige Schulungen beim Bundesverband öffentlicher Zinssteuerung halten die bei der Stadt Schotten zuständigen Mitarbeiter stets auf dem Laufenden. Bei der Zinssteuerung handele es sich nicht etwa um eine undurchsichtige Besonderheit der Schottener Finanzverwaltung, unterstreicht Zimmermann, sondern geradezu um eine Pflichtaufgabe. Schließlich seien nach den Haushaltsgrundsätzen der Hessischen Gemeindeordnung die Kommunen verpflichtet, ihre Haushalte sparsam und wirtschaftlich zu führen. Hierzu zähle auch ein aktives Schuldenmanagement. Über Sicherungsinstrumente, so der Finanzexperte, könnten Zinsen in den optimalen Laufzeitbereichen vereinbart und hierdurch Zinsänderungsrisiken ausgesteuert werden, ohne in die vorhandenen Darlehensverträge einzugreifen. "Zu keinem Zeitpunkt wird das Risiko der bestehenden städtischen Darlehen in der Gesamtsicht erhöht",sagt Bürgermeisterin Schaab.

Die Zahl kommunaler Einrichtungen, die die Möglichkeiten eines optimierten Schuldenmanagements für sich erkannt haben, um sich hierdurch ansonsten kaum realisierbare Einsparungen zu sichern, ist noch sehr überschaubar. In Hessen sind erst acht Kommunen dabei. "Schotten nimmt diesbezüglich eine Vorreiterrolle ein", sagt Zimmermann.

Besonders erfreut ist der Finanz-Abteilungsleiter darüber, dass der Abwasserverband Oberhessen nach anfänglichen Bedenken letztlich doch in die Zinssteuerung eingestiegen sei und in kürzester Zeit bereits bemerkenswerte Erfolge verzeichne.

Zeitungsgruppe Zentralhessen, 23. August 2017

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