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Zinsmanagement spart Millionen Euro

Teilbetrag wird jetzt auf festverzinsliche Kredite umgeschuldet.

Burglengenfeld. Durch „geschicktes Zinsmanagement“ hat sich die Stadt in den letzten Jahren 3,07 Millionen Euro gespart. Als sensationell gut bezeichnete Bürgermeister Heinz Karg dieses Ergebnis in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch. Zu verdanken sei dies dem Umstand, dass die Stadt einen Großteil ihrer Verbindlichkeiten über variable Darlehen finanziere. Angesichts historisch niedriger Zinssätze wolle man aber nun einen Teil der Verbindlichkeiten in feste Kredite umwandeln. Damit komme man auch den „konservativen“ Kräften im Stadtrat entgegen, die so etwas immer wieder gefordert hätten, sagte Karg.

Von den 20,68 Millionen Euro Verbindlichkeiten der Stadt (Ende 2010) sind 15,02 Millionen den variablen Krediten zuzurechnen. Damit sei man bisher sehr gut gefahren. Die Firma MAGRAL AG aus München, die die Stadt seit einem Jahr bei der Zinssteuerung unterstützt, habe ausgerechnet, dass sich die Stadt dadurch Millionenbeträge erspart hat, sagte Karg. Im laufenden Haushaltsjahr erhalte man durch die professionelle Zinssteuerung der MAGRAL AG einen Betrag von 115 512 Euro.

Für Zinsen wende man in diesem Jahr nach Abzug dieses Betrags noch rund 275 000 Euro auf. Dies entspreche einem Durchschnittszinssatz für alle Verbindlichkeiten von nur 1,33 Prozent.

Stadtkämmerer Thomas Wittmann hielt dann vor den staunenden Stadträten ein mit Fachbegriffen wie Swaps und Spread gespicktes Kredit-Kolleg ab. Vor allem versicherte er dabei auch, dass die Stadt keine Risikogeschäfte eingehen würde.

Im Ergebnis lautete der Vorschlag der Verwaltung, angesichts der längerfristig wohl äußerst niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt, einen Teilbetrag von 8,65 Millionen Euro in Festzinskredite umzuschulden. Angestrebt wird eine Zinsbindung von fünf bis zehn Jahren. Die Firma MAGRAL werde durch entsprechende Zinssicherungsgeschäfte (Swaps) die Zinszahlungen aus dieser Kreditsumme verwenden „und durch die Erlöse aus diesen Geschäften die für die Stadt anfallenden Mehrkosten für die längerfristige Zinsbindung wieder erwirtschaften“. Somit erhalte man für einen Teilbetrag Sicherheit gegen steigende Zinsen zu voraussichtlich äußerst günstigen Kosten. An den bestehenden Kreditverträgen mit Banken ändere sich dabei nichts, auch die Tilgungen bleiben gleich.

Die Stadträte stimmten dem Vorschlag einmütig zu. „Wenn wir drei Millionen gespart haben, ist das sehr gut, da muss man die Verwaltung loben“, sagte SPD-Sprecher Georg Tretter. „Wir sind für die Umschuldung in dieser Form“, pflichtete Georg Plecher (CSU) bei. Zustimmung kam auch von Ursula Glatzl (BFB), die aber betonte, „Tilgung ist unser vorrangiges Ziel“.

Mittelbayerische Zeitung Schwandorf, 06.12.2010